Jahresbericht 2025

Der Dachverband educationsuisse und die 17 vom Bund anerkannten Schweizerschulen im Ausland blicken auf ein weiteres Jahr voller Herausforderungen und Erfolge zurück. Der Jahresbericht 2025 bietet spannende Einblicke in unsere Aufgaben und strategischen Projekte sowie in die Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen. In den nachstehenden Kapiteln erfahren Sie, wie educationsuisse und die Schweizerschulen im Ausland sich weltweit für Schweizer Bildung einsetzen.

2025 war ein spannendes und ein herausforderndes Jahr für unseren Dachverband. Was als nüchternes Sparvorhaben des Bundes begann, erwies sich für die Schweizerschulen im Ausland als echter Belastungstest. Das Entlastungspaket 2027 ist viel mehr als eine Sparmassnahme – es ist ein klares Zeichen: Wer die Förderung junger Auslandschweizer:innen nur als Kostenpunkt betrachtet, verkennt das Potenzial und die Strahlkraft eines weltweit agierenden Bildungsnetzwerks, das Schweizer Werte, Sprache und Kultur seit Jahrzehnten über Grenzen hinweg lebendig hält. 

Prof. Dr. Heinz Rhyn, Präsident educationsuisse

Ein Lichtblick kam am 18. Dezember 2025: Der Ständerat stellte klar, dass die für 2027 geplanten Kürzungen für die Schweizerschulen im Ausland zwar zumutbar und wohl auch verkraftbar sind. Für die folgenden Jahre sei jedoch auf weitere Einsparungen zu verzichten, damit die Schulen und ihr Netzwerk nicht in ihrer Existenz bedroht werden.

Die Botschaft ist deutlich: Schulbildung im Ausland ist keine Nebensache, sondern zentraler Bestandteil der Schweizer Präsenz weltweit. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Jetzt liegt der Ball beim Nationalrat. Im ersten Halbjahr 2026 wird sich entscheiden, ob die Kurskorrektur Bestand haben wird. Die Debatte um die Sparmassnahmen bleibt spannend – und der Dachverband wird die Interessen der Schweizerschulen im Ausland gezielt, faktenbasiert und mit Nachdruck vertreten. 

Die Diskussion zur Entsendung von Lehrpersonen ist weiterhin von hoher Relevanz. Bisherige Lösungsansätze scheiterten an ihrer Komplexität und an divergierenden Interessen. Die neu lancierte Initiative des Ständerats zielt darauf ab, das Schweizerschulgesetz zu aktualisieren und zentrale Anstellungen sowie die Entsendung qualifizierter Schweizer Lehrkräfte und Schulleitungen zu ermöglichen.

Für 2026 ist ein bedeutender Entwicklungsschritt vorgesehen: Die geplante Gesetzesänderung soll verbesserte Arbeitsbedingungen, eine vereinfachte Rekrutierung und einen stärkeren Austausch innerhalb des Schweizer Bildungsnetzwerks schaffen. Dies würde die Qualität und Attraktivität der Schweizerschulen im Ausland zusätzlich stärken. 

Das Jahr 2025 war geprägt von politischen Herausforderungen und bedeutenden Begegnungen, die die Widerstandsfähigkeit und Strahlkraft des Netzwerks der Schweizerschulen im Ausland eindrucksvoll unter Beweis stellten. Drei herausragende Momente seien stellvertretend für viele weitere Ereignisse erwähnt: In Mexiko feierte die Schweizerschule ihr 60-jähriges Bestehen. Mit zahlreichen Ehrengästen und engagierten Alumni wurde die internationale Bedeutung der Schule und ihre Rolle als Brücke zwischen Kulturen in einem festlichen Rahmen lebendig. 

In Barcelona unterstrich der Besuch von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider die politische Wertschätzung und die zentrale Bedeutung der Schweizerschulen im Ausland. InItalien würdigte die Direktorin des Bundesamts für Kultur persönlich die herausragende Arbeit der Lehrkräfte, die tagtäglich Schweizer Werte und Bildungsqualität im Ausland vermitteln. Diese Begegnungen zeigen, dass die Schweizerschulen im Ausland nicht nur Bildungsstätten sind, sondern als lebendige Botschafterinnen und starke, verbindende Elemente im internationalen Kontext wirken.

Mit grossem Bedauern müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Schweizer Schule Madrid auf Ende des Schuljahres 2025/26 aus dem Netzwerk der vom Bund anerkannten Schweizerschulen im Ausland austreten wird. Der Vorstand der Schweizer Schule Madrid hat diesen Schritt durch den Verkauf der Schule an eine gewinnorientierte Unternehmung beschlossen. Damit geht nicht nur ein langjähriges Kapitel zu Ende, sondern es wird auch deutlich, wie politisch und organisatorisch getroffene Entscheidungen die Stabilität und Kontinuität unserer Schulstandorte beeinflussen können.

Diese Entwicklung verdeutlicht eindrücklich die zentrale Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen, um das Fortbestehen und die hohe Qualität des internationalen Bildungsnetzwerks auf Dauer zu gewährleisten. Der Verlust eines traditionsreichen Standortes mahnt uns, die Werte und Ziele unseres Netzwerks weiterhin entschlossen und gemeinsam zu schützen und zu fördern. 

Mein persönlicher Dank gilt allen, die im Jahr 2025 Verantwortung übernommen und unser Netzwerk durch eine herausfordernde Zeit geführt und unterstützt haben: den Präsident:innen der Schulen, den Schulleitungen, Lehrkräften, Mitarbeitenden, den Patronatskantonen sowie den Vorstandsmitgliedern von educationsuisse. Dank auch dem BAK und dem EDA für ihre finanzielle Unterstützung und die enge Zusammenarbeit. Ein besonderer Dank geht an alle Mitarbeiterinnen unserer Geschäftsstelle sowie den Direktor für ihre kompetente und zuverlässige Arbeit.

Das Jahr 2025 war geprägt von globalen Veränderungen und einer spürbaren Unsicherheit im Hinblick auf die bevorstehenden Sparmassnahmen des Bundes. Trotz dieser herausfordernden Rahmenbedingungen konnte educationsuisse seine Rolle als verlässlicher Partner weiter stärken, wichtige Entwicklungen vorantreiben und neue Kooperationen aufbauen.

Geschäftsergebnis
Das Geschäftsergebnis von educationsuisse für das Jahr 2025 beläuft sich auf einen Gewinn von CHF 130’368.56 und zeigt damit eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn wurde massgeblich durch eine stabile Entwicklung der Finanzanlagen sowie Effizienzsteigerungen im operativen Bereich begünstigt.

Beratung und Information
Die Beratungen von educationsuisse rund um Ausbildungsmöglichkeiten in der Schweiz bleiben essenziell. Sie unterstützen junge Auslandschweizer:innen und Schüler:innen der Schweizerschulen im Ausland bei wichtigen Weichenstellungen und fördern die Chancengerechtigkeit. Die Nachfrage entwickelte sich regional unterschiedlich, was die Bedeutung einer verlässlichen und qualitativ hochwertigen Beratung umso deutlicher unterstreicht. Die Beratungen erfolgen via E-Mail, in Video-Meetings, Webinaren und vor Ort in unserem Büro in Bern sowie an Events im In- und Ausland.

Detaillierte Informationen zu unserem Beratungsangebot rund um das Thema «Ausbildung in der Schweiz» finden Sie auf den Seiten X und Y.

Vereinigung Patronatskantone
Die Vereinigung der Patronatskantone hat 2025 die Richtlinien von 1989 grundlegend überarbeitet und daraus neue «Standards» erarbeitet, die 2026 verabschiedet werden. Sie sollen künftig als klare Orientierung für die Ausübung der wichtigen Aufgaben der Patronatskantone dienen. Für die engagierte Leitung und das konsequente Vorantreiben dieses Prozesses danke ich Bettina Diem herzlich.

Jahreskonferenz 2025 der Schweizerschulen im Ausland
Die Jahreskonferenz fand in diesem Jahr im Kanton Glarus statt, dem Patronatskanton der Schweizerschule in Bergamo. Der Weiterbildungstag stand im Zeichen der Künstlichen Intelligenz (KI) und wurde erstmals auch für externe Führungskräfte aus dem Schweizer Bildungsbereich geöffnet: Die 20 verfügbaren Plätze für den öffentlich ausgeschriebenen Kurs «KI in der Schulführung» waren innert kürzester Zeit ausgebucht; die Nachfrage überstieg das Kontingent deutlich.

Der erweiterte Kreis an Teilnehmenden ermöglichte einen intensiven fachlichen Austausch sowie wertvolle Vernetzungsmöglichkeiten zwischen Bildungsakteur:innen aus der Schweiz und dem Ausland. Dies stellte eine Bereicherung dar, die weit über den inhaltlichen Input hinausging.

Lesen Sie auf unserer Website (https://educationsuisse.ch/de/aktuelles/jahreskonferenz-2025-schweizerschulen-2/) den Bericht unserer spannenden Jahreskonferenz.

Lehrpersonen-Rekrutierung
An der Online-Informationsveranstaltung zur Rekrutierung von Lehrpersonen haben dieses Jahr rund 160 Personen auf Deutsch und 22 Personen auf Französisch teilgenommen. Damit konnte im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Steigerung der Anzahl der Teilnehmenden verzeichnet werden, was das wachsende Interesse an einer Tätigkeit an den Schweizerschulen im Ausland unterstreicht.

Auch das Job-Speeddating stiess auf erfreulich starke Resonanz: Knapp 40 Lehrpersonen nahmen teil – ein äusserst positives Signal für das Rekrutierungsumfeld und die nachhaltige Gewinnung qualifizierter Fachkräfte.

Sprachförderung in mehrsprachigen Schulen (SimS)
Die SimS‑Weiterbildung für neue Lehrpersonen an den Schweizerschulen im Ausland wurde 2025 vollständig überarbeitet und stützt sich auf den für Schweizerschulen erarbeiteten Lehrplan 21+. Die Teilnehmenden setzen sich im Online-Blended-Kurs vertieft mit dem Zweitspracherwerb auseinander und erarbeiten die didaktischen Grundlagen zur DaF/DaZ-Didaktik und zur Sprachförderung in einem mehrsprachigen Umfeld. Sie bearbeiten seit August, je nach Zyklus, vier bis fünf Online-Selbstlernmodule und vertiefen diese in drei Online‑Austauschsitzungen. Neu können auch bereits an einer Schweizerschule im Ausland tätige Lehrpersonen teilnehmen. Insgesamt meldeten sich 77 Personen an – ein starkes Zeichen für die Relevanz dieses Angebots. Mein besonderer Dank gilt Prof. Dr. Claudio Nodari für seine engagierte Durchführung.

Beschäftigte Lehrpersonen und Schulleitungen
Im Berichtsjahr 2025 waren bei educationsuisse insgesamt X Lehrpersonen und Schulleitungen angestellt. educationsuisse wickelt die Sozialversicherungen für Schweizer Lehrpersonen und Schulleitungen ab – dies gehört zu den zentralen Aufgaben des Dachverbandes. Darüber hinaus unterstützt educationsuisse die Schweizerschulen im Ausland tatkräftig bei der Veröffentlichung und Besetzung von offenen Stellen. Ein zentrales Element unserer Tätigkeit bildete auch 2025 die treuhänderische Verwaltung der Bundesbeiträge für die Schweizerschulen im Ausland.

Zusammenarbeit mit Dritten
Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Movetia wurden verschiedene Mobilitätsaktivitäten erfolgreich umgesetzt, die den internationalen Austausch und die berufliche Weiterentwicklung der Lehrpersonen und Fachkräfte fördern. Zu den Highlights zählen Job-Shadowing-Aufenthalte der Schweizerschulen Peking und Bergamo, bei denen Teilnehmende wertvolle Einblicke in die pädagogische Praxis an Schulen in der Schweiz gewinnen konnten. Ebenso bereichernd waren die Einsätze von Invited Experts – beispielsweise in Catania und Glarus –, wo Fachpersonen aus der Schweiz gezielt ihr Wissen und ihre Erfahrung einbrachten und so die lokale Bildungslandschaft mit neuen Impulsen unterstützten. Diese Aktivitäten tragen wesentlich zur Vernetzung, zum Wissenstransfer und zur Qualitätssicherung im internationalen Bildungsbereich bei.

Im Berichtsjahr 2025 konnten dank der erfolgreichen Kooperation mit wirtschaftsbildung.ch erneut insgesamt 19 Wirtschaftswochen an den Schweizerschulen im Ausland realisiert werden. Diese Veranstaltungen boten den Schüler:innen eine ideale Möglichkeit, wirtschaftliche Kompetenzen praxisnah zu erwerben und die Swissness der Schweizerschulen im Ausland mit unternehmerischem Know-how zu verbinden. Besonders hervorzuheben ist die engagierte Unterstützung durch Spielleiter:innen aus der Schweiz, die den Jugendlichen wertvolle Einblicke in die Wirtschaftspraxis ermöglichten und damit erneut einen Höhepunkt im Schuljahr setzten. Unser besonderer Dank gilt dem Team von wirtschaftsbildung.ch unter der Leitung von Dr. Petronella Vervoort für das kontinuierliche Engagement und die vertrauensvolle, partnerschaftliche Zusammenarbeit. Wir freuen uns auf die Fortsetzung dieses erfolgreichen Angebots im kommenden Jahr.

Dank der Initiative von educationsuisse kam es im Herbst 2025 erstmals zu einer Kooperation zwischen der PH Zürich und der Schweizerschule Barcelona. In diesem Rahmen wurde ein Schulleitungs-Wahlmodul direkt vor Ort in Barcelona durchgeführt, das 21 Teilnehmenden praxisnahe Impulse zu Führung und Organisationsentwicklung vermittelte. Das grosse Interesse sowie die durchweg positiven Rückmeldungen belegen den hohen Mehrwert solcher internationalen Lernsettings. Ein herzliches Dankeschön geht an alle beteiligten Partner für ihr Engagement und die erfolgreiche Umsetzung.

Dank und Ausblick
Mein Dank gilt allen Mitarbeitenden des Teams educationsuisse, den Patronatskantonen, Partnerinstitutionen sowie den Schulleitungen und Lehrpersonen im In- und Ausland. Dank auch dem Bundesamt für Kultur und der Konsularischen Direktion des EDA für ihre Unterstützung. Gemeinsam haben wir 2025 erfolgreich gestaltet. Mit Blick auf 2026 bin ich zuversichtlich: Unser Netzwerk, unsere Erfahrung und unsere gemeinsame Ausrichtung bilden eine starke Grundlage, um Schweizer Bildung weltweit weiterhin wirkungsvoll und zukunftsorientiert zu stärken.

Die vom Bund anerkannten Schweizerschulen im Ausland sind einzigartig. Durch ihre Zugehörigkeit zur Dachorganisation educationsuisse sind sie Teil eines starken Netzwerks für Schweizer Bildung. Im Schuljahr 2025/26 unterstützte das Bundesamt für Kultur die Schweizerschulen im Ausland in 10 Ländern mit einem Beitrag von rund CHF 20.3 Millionen. Im Berichtsjahr unterrichteten an diesen Schulen 252 Schweizer Lehrpersonen 7‘870 Schüler:innen, davon 1‘329 mit Schweizer Nationalität. An allen Schweizerschulen erfolgt der Unterricht in Deutsch und in der Landessprache bzw. auf Englisch. Die Schulen in Bogotá und Singapur führen zusätzlich zur deutschsprachigen auch eine französischsprachige Abteilung. Jede Schule hat mindestens einen Patronatskanton, der «seine» Schweizerschule im Ausland in pädagogischen Belangen berät und unterstützt. Im Rahmen der pädagogischen Aufsicht besuchen Fachleute der Kantone ihre Patronatsschulen regelmässig. Die Schweizerschulen blicken auf eine über 150-jährige Geschichte zurück. Gegründet wurden sie von engagierten Auslandschweizer:innen. Jede Schule hat bis heute einen Trägerverein, dessen Vorstand die Schule strategisch führt. Der Bund förderte 2025 gemäss Art.14 des SSchG zudem 9 internationale Schulen in Argentinien, Chile, China, Costa Rica, Japan, Thailand und den USA mit CHF 298’553. Die Unterstützung kann Finanzhilfen für Schweizer Lehrpersonen, Sprach- und Heimatkundekurse oder Ausbildungsmaterial umfassen. Rund 300 Schweizer Schüler:innen besuchten diesen heimatkundlich ausgerichteten Unterricht.

Weltkarte mit Schweizerschulen im Ausland auf einen Blick

Zu den Mitgliedern von educationsuisse gehören:

  • die Schweizerschulen im Ausland
    • RIS Swiss Section – Deutschsprachige Schule Bangkok, Thailand
    • Stiftung Schweizerschule Barcelona, Spanien

etc.

etc.

Fördermitglieder

AGAB Basel

etc.

etc.

Ehrenmitglieder

Prof. Dr. Regula Dettling-Ott, ehemaliges Vorstandsmitglied, Winterthur

etc.

Geschäftsstelle

Serge Künzler, Direktor

etc.

Der Vorstand

Vorstand educationsuisse lehnt das Entlastungspaket 2027 entschieden ab
Vorne v. l. n. r.: Bettina Diem, etc., etc.
Hinten v. l. n. r.: Martin Hutzli, etc., etc.
Im Bild fehlen: Filippo Lomabardi und Matthias Michel

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Frühere Jahresberichte

Jahresbericht 2024

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Jahresbericht 2021

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Jahresbericht 2019

Jahresbericht 2018

Jahresbericht 2017

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