Die Schweizerschule in Rom bei den Students’ United Nations (SUN)

Schweizerschule in Rom bei den Students' United Nations in Genf

In diesem Jahr waren die Schülerinnen und Schüler der 3. Gymnasialklasse der Schweizerschule in Rom an der Reihe, an den Students’ United Nations (SUN) teilzunehmen. Diese internationale UNO-Simulation bringt jedes Jahr mehrere Hundert Jugendliche in Genf zusammen. An der Scuola Svizzera di Roma bereiteten sich die Schüler:innen über mehrere Monate darauf vor, in die Rolle «echter» Diplomatinnen und Diplomaten zu schlüpfen.

«Wir sind zu Expertinnen und Experten unseres jeweiligen Landes geworden», erklärt Ludovica. Die Gymnasiast:innen traten am SUN als Vetreter:innen von Polen, der Türkei und Ruanda auf. Die Vorbereitung umfasste eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Geschichte, Kultur und politischen Position des vertretenen Staates, die Analyse aktueller geopolitischer Entwicklungen sowie das Verfassen einer Resolution.

Kritisches Denken stärken

Die Schülerinnen und Schüler lernten, eine offizielle Linie zu vertreten, auch wenn sie nicht immer ihrer persönlichen Meinung entsprach. Dadurch stärkten sie ihre Argumentationsfähigkeit, ihr kritisches Denken und ihre Offenheit.

Ein wichtiger Schritt war die Zusammenarbeit mit dem Lycée français Chateaubriand in Rom im Rahmen einer vorbereitenden Mini-Simulation im Dezember. «Wir konnten unter fast realen Bedingungen üben und besser verstehen, wie internationale Debatten ablaufen», erklärt Enzo, Gymnasiast an der Schweizerschule in Rom.

Schweizerschule in Rom an Students' United Nations SUN in Genf
Schüler:innen der Schweizerschule in Rom und des Lycée français Chateaubriand bereiten sich in einer Mini-Simulation auf die dreitägige Students‘ United Nations in Genf vor.

SUN: vor 500 Personen Stellung beziehen

Die Generalversammlung in Genf war besonders eindrücklich. Mehr als 180 Delegationen wollten das Wort ergreifen, und das Mikrofon zu erhalten war eine echte Herausforderung.

«Wir haben uns gegenseitig unterstützt und den Namen unseres Landes gerufen», erzählt Lorenzo. «Als wir endlich aufgerufen wurden, mischten sich Stress und Begeisterung. Vor über 500 Personen zu sprechen war schwierig, aber unglaublich erfüllend», ergänzt Giovanni.

Die Debatten fanden auf Französisch, Englisch und Deutsch statt. «Wir haben gelernt zu improvisieren und selbstbewusster zu sprechen», sagt Lara. In mehreren Sprachen zu argumentieren, auf Gegenpositionen zu reagieren und überzeugend aufzutreten, erforderte Konzentration und Reaktionsfähigkeit.

Am Vorabend der Konferenzen verlieh der Besuch des Palais des Nations in Genf der Simulation zusätzliche Bedeutung. Die Sitzungssäle der UNO kennenzulernen und mehr über die Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erfahren, half, die Komplexität internationaler Zusammenarbeit besser zu verstehen. «Es ist nicht nur eine Simulation, sondern ein Training, um die reale Welt zu begreifen», fasst Omero zusammen.

Teil eines Ganzen

Neben dem erworbenen Fachwissen bleibt vor allem die persönliche Entwicklung: vor Publikum sprechen, im Team arbeiten und den eigenen Platz in einem internationalen Umfeld finden. «Wir haben gelernt, Teil eines Ganzen zu sein», schliesst Emma.

Für die Schülerinnen und Schüler der 3. Gymnasialklasse wird diese Erfahrung ein prägender Meilenstein ihres schulischen Weges bleiben. In einer sich wandelnden Welt und in einem anspruchsvollen internationalen Kontext ist es entscheidend, junge Menschen zu offenen, mehrsprachigen und neugierigen Persönlichkeiten auszubilden.

Autor:innen: die Schülerinnen und Schüler der 3. Gymnasialklasse und ihre Lehrpersonen Virginie Rolland und Yann Bauer Savelli

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