Vom 23. bis 25. April 2026 trafen sich die Präsident:innen und Schulleitungen der 8 Schweizerschulen in Lateinamerika zu ihrer Jahreskonferenz in Mexiko-Stadt. Ziel des Treffens war es, Erfahrungen auszutauschen und gute Ideen gemeinsam weiterzudenken. Ein besonderes Highlight bildete der Austausch mit den Schüler:innen über ihren selbstverständlichen und verantwortungsbewussten Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI). Ebenfalls anwesend war Serge Künzler, Direktor des Dachverbands educationsuisse.
Der Auftakt an der Schweizerschule in Mexiko-Stadt machte sofort deutlich, was diese Konferenz der Führungspersonen aus Brasilien, Chile, Peru, Kolumbien und Mexiko auszeichnet: der direkte Austausch auf Augenhöhe und der gemeinsame Blick darauf, wie Schule heute gelingen kann.
Bei einem Rundgang durch die Schule und in Unterrichtsbesuchen standen Gespräche im laufenden Betrieb im Zentrum. In kurzen Standortberichten erhielten die Teilnehmenden Einblick in aktuelle Entwicklungen: von neuen Lern- und Raumkonzepten bis hin zu Projekten, die das Schulleben sichtbar prägen.
Wissen bündeln, Standorte stärken
Am zweiten Tag rückten gemeinsame Projekte und bewährte Austauschformate in den Mittelpunkt. Im Gespräch mit educationsuisse ging es um Initiativen, welche die Schulen über Ländergrenzen hinweg verbinden: von Alumni-Arbeit und der Digitalisierung von Jahrbüchern bis zu Austauschprojekten mit Lehrpersonen.

Auch künftige Begegnungsformate wurden auf strategischer Ebene skizziert, darunter Info-Events und Job-Speeddatings für interessierte Lehrpersonen. Stets mitgedacht wurde auch die Frage, wie geteiltes Wissen an den einzelnen Standorten wirken kann. Der Grundton war klar: Wenn Schulen ihr Wissen bündeln, entsteht Rückenwind für die Standorte, ihre Teams und die Schüler:innen.
Gute KI-Bildung?
Besonders lebendig wurde der Austausch beim Thema KI im direkten Gespräch mit jenen, die KI längst selbstverständlich nutzen: den Schülerinnen und Schülern. In moderierten Roundtables schilderten sie, wie sie KI-Tools in der Schule einsetzen, etwa zum Strukturieren von Ideen, zum Überarbeiten von Texten oder als Lernpartner, und wie sich ihr Umgang damit in der Freizeit unterscheidet.
Ebenso offen formulierten sie ihre Erwartungen an die Schule: klare Orientierung, wann KI hilfreich ist, wann sie Lernprozesse verkürzt, und Aufgabenformate, die Kreativität, Eigenständigkeit und Verantwortung fördern.
Als Herausforderungen nannten die Jugendlichen vor allem die Qualität von Antworten, die Verlockung schneller Ergebnisse sowie die Frage, wie sich Quellen, Originalität und Fairness im Blick behalten lassen.
Für die Teilnehmenden der Konferenz war dieser Einblick aus erster Hand ein Höhepunkt: Er zeigte, dass gute KI-Bildung weniger mit Verboten zu tun hat als mit klug gestalteten Lerngelegenheiten und einer gemeinsamen Sprache über Qualität.
Teamevent am Wasser
Zum Konferenzabschluss ging es hinaus aus den Sitzungszimmern und hinein in die Kanäle: Der Ausflug in den malerischen Stadtteil Xochimilco war weit mehr als ein schöner Abschluss zwischen Holzbooten, Wasserwegen, Gartenanlagen und lebendigem Stadtklang; er war ein bewusst gesetzter Teamevent. Denn wer nebeneinander auf dem Boot sitzt, hört anders zu, fragt unmittelbarer nach und nimmt Ideen oft leichter mit.
Für die Begegnung auf dem Wasser wurde der passende Rahmen schon am Vorabend beim gemeinsamen Abendessen von Deputy Head of Mission Francesca Cardillo und dem Vertreter der Schweizer Botschaft, Frank Nyffeler (Konsul) in der Residenz geschaffen. Ein herzlicher Dank gilt der gastgebenden Schweizerschule in Mexiko für die umsichtige Organisation und Gastfreundschaft.
Autor: Serge Künzler, Direktor educationsuisse